27
Aug

Unter dem Motto „Das ist Berlin“ hat die Berliner Morgenpost eine neue Imagekampagne gestartet, in der auch eine Regenbogenfamilie gezeigt wird. Auf einem der Plakate ist eine Regenbogenfamilie abgebildet – zwei lesbische Frauen mit Kind. Darüber der Slogan „Berlin ist, wenn Familie nicht aussehen muss wie Familie“. Der Lesben- und Schwulenverband ist von der neuen Kampagne begeistert. „Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg bedankt sich sehr für die großartige Kampagne der Berliner Morgenpost, die zum weltoffenen Berlin passt. Sie ist Kinder- und familienfreundlich und hat Vorbildcharakter für andere Medien.“, so Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V.

In Berlin und überall in Deutschland wachsen Kinder in Regenbogenfamilien auf. Ihre homosexuellen Eltern sorgen sehr gut für sie – zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag des Bundesjustizministeriums durchgeführte Studie. Dennoch werden Regenbogenfamilien z.B. im Steuerrecht und im Adoptionsrecht nach wie vor benachteiligt. Neben der längst fälligen gesetzlichen Gleichstellung muss auch die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Familie gefördert werden.
Eine liberale, aufmerksame und unvoreingenommene Berichterstattung zum Thema Regenbogenfamilien sowie Kampagnen wie die der Morgenpost leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Bürgerinnen und Bürger – aber auch Politikerinnen und Politiker – lesbische Mütter, schwule Väter und Regenbogenkinder mit Respekt und Herzlichkeit in ihr Weltbild aufnehmen.“, erklärt Steinert weiter. (Quelle: PRIDE1.de/ml; Foto: Berliner Morgenpost)

Category : Kampagnen/Aktionen | Medien | Pride1 berichtet


26
Aug

Die letzten Wochen waren sicher nicht leicht für Nadja Benaissa. (GAYS.DE berichtete) Die No Angels Sängerin stand im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, heute wurde das Urteil in Darmstadt verkündet: Zwei Jahre Haft auf Bewährung – so endet Deutschlands prominentester HIV-Prozess.

Die mittlerweile 28-Jährige muss nicht ins Gefängnis. Dennoch sah es das Amtsgericht Darmstadt für erwiesen, dass der Ex-No Angel dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung schuldig zu sprechen ist. Obwohl die Sängerin von ihrer Infektion mit dem HI-Virus wusste, hatte sie ungeschützten Geschlechtsverkehr, bei dem sich mindestens ein Sexualpartner infizierte. Die Staatsanwaltschaft hatte dieses Strafmaß gefordert, der verhandlungsführende Richter entschied dafür.

Benaissas Verteidiger Oliver Wallasch ist mit dem Ergebnis zufrieden. Mit einer angemessenen Bewährungsstrafe haben beide gerechnet. Im Prozessverlauf hatte Nadja Benaissa bereits gestanden, mit zwei Partnern ungeschützten Sexualkontakt gehabt zu haben. Sie bedauerte ihr Verhalten und zeigte sich sichtlich betroffen. „Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen und es ungeschehen machen.“, so ihre Worte beim gestrigen Schlusswort.
Deutschlands wohl prominentester HIV-Prozess ist nun beendet, die Medienschlacht hat damit aber erst begonnen.

Category : Krankheit & HIV | Medien | Recht
25
Aug

Ab Donnerstag, 26. August 2010 beginnt in Bielefeld eine Konferenz zum Leben mit HIV/Aids – Die Positiven Begegnungen 2010 (PoBe 2010): Europas größte Selbsthilfekonferenz für HIV-Positive, Selbsthilfe-Einrichtungen und Netzwerke sowie An- und Zugehörige von Menschen mit HIV und Aids. Erwartet werden mehr als 500 Teilnehmer, die in Workshops, Vorträgen, Diskussionsrunden und im offenen Dialog den „Rahmen sprengen“ wollen und ein realistisches und differenzierteres Bild von HIV und Aids aufzeigen möchten. Allem voran, dem derzeitigen gesellschaftlichen Klima gegenüber Menschen mit HIV/Aids soll entgegen getreten werden.

Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich HIV/Aids zunehmend zu einer Krankheit entwickelt, die Menschen aller möglichen Lebensbereiche betreffen kann. Prominentestes Beispiel der letzten Tage ist der Fall von No Angels Sängerin Nadja Benaissa. Nicht mehr nur Männer, die Sex mit Männern haben und Konsumenten von intravenös verabreichten Drogen sind mit dem HI-Virus infiziert – der Respekt vor einer Ansteckung mit dem Virus bei einer Vielzahl der Jungen und Mädchen ist stark zurückgegangen. Aktuelle Umfragen unter Jugendlichen belegen, dass der geschützte Sexualverkehr zunehmend in „Vergessenheit rückt“. „Mir passiert so etwas nicht“ – Aussagen von Jugendlichen, vor allem aus sozial schlechter gestellten Teilen unserer Gesellschaft.

„Wir sprengen den Rahmen!“

Die PoBe 2010 möchte aber nicht nur öffentlichkeitswirksam im Hinblick auf Prävention ein Zeichen setzen. Hauptanliegen der Konferenz ist es: „[…], die Selbsthilfe der Menschen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz zu stärken. Dies gelingt, wenn wir gemeinsam immer wieder das Bewährte weiterentwickeln und zusätzlich neue Wege gehen. […] Wir werden mit den Positiven Begegnungen 2010 die Selbsthilfe nicht neu erfinden. Aber sicher können wir sie gemeinsam ein Stück nach vorne bringen[..].“, so das Grußwort der Vorbereitungsgruppe der PoBe 2010.

Das eigene Handeln bestärken, Hilfestellungen erarbeiten und Situationen des Alltags meistern – den Rahmen sprengen. „Es kann nur im Sinne von allen sein, wenn Menschen mit HIV und Aids endlich frei von Vorurteilen und Diskriminierung leben können.“, so Pit Clausen. Zu seiner vorurteilsfreien Meinung gibt er zu verstehen: „Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich mich als offen schwuler Oberbürgermeister dieser Stadt mit dieser Thematik ein wenig eher und ein wenig mehr beschäftige […].“. Als Schirmherr der PoBe 2010, heißt er neben der Deutschen AIDS-Hilfe und dem gesamten Vorbereitungsteam alle Teilnehmer und Interessierten herzlich Willkommen und freut sich auf „viele positiven Begegnungen“.

Category : Community | Kampagnen/Aktionen | Krankheit & HIV
24
Aug

Die CSD Saison im Norden Deutschlands endet auch in diesem Jahr mit dem Rosa Tag im Heide-Park. Mittlerweile kann man sogar von einer kleinen Tradition sprechen, bedenkt man, dass das Abschluss-Event des CSD Nord e.V. bereits sein fünftes Jubiläum feiert. Gemeinsam mit dem Freizeitpark können auf vier erfolgreiche Jahre zurückgeblickt werden und auch im Jubiläumsjahr setzt man gemeinsam ein Zeichen für Toleranz. Der etwas andere „Familientag“, wie ihn Jörgen Heiser vom CSD Nord e.V. bezeichnet, wird auch in diesem Jahr homo- und heterosexuelle Besucher gleichermaßen einbeziehen und den gemeinsamen Wunsch nach Unterhaltung und Spaß in vollem Umfang erfüllen.

„Die CSD Saison geht zu Ende, doch der Spaß geht weiter“, führt Heiser an. „Die zahlreichen Christopher Street Days sind politisch, kulturell engagiert, der Rosa Tag ist Fun pur – mit subtiler politischer Kraft“, setzt er nach. Denn wo der CSD Nord e.V. seine Finger im Spiel hat, da ist Spaß garantiert und der politische Grundgedanke kommt dennoch nicht zu kurz.

Mit dabei ist in diesem Jahr neben der Megastyling Queen Tatjana Taft und den Schwestern der perpetuellen Indulgenz auch die Mutli-Funktions-Tunte Daphne de Baakel. Extra Rosa Tag Fahrzeiten an den diversen Attraktionen, der Wet-Look-Contest und das gemütliche Chillen & Grillen in mitten des Parks sind weitere Highlights zum Jubiläums Rosa Tag. Und wer noch eine Begleitung zur großen Abschlussparty sucht, der kann beim Speeddating auf dem Mississippidampfer seinen Traumprinzen finden.

Alle Informationen zum fünften Rosa Tag im Heide-Park Soltau findet Ihr im GAYS.DE CSD&PRIDE Guide. Bilder unserer GAYS.DE Reporter findet ihr nach dem 11. September in unserer Bildergalerie.

Category : CSD & PRIDE | Community | Events | Gay Events
23
Aug

In der schwarz-gelben Bundesregierung gibt es einen neuen Streit wegen der Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der Ehe. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnt eine Gleichstellung beim Splitting-Vorteil von lesbischen und schwulen Paaren ab. Sein Parteikollege und Ministerpräsident im Saarland, Peter Müller, hingegen setzt sich für eine solche Gleichstellung ein. Auch hat sich Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) dafür ausgesprochen.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass eingetragene Lebenspartnerschaften bei der Erbschaftssteuer gegenüber der Ehe nicht benachteiligt werden dürfen. (GAYS.DE berichtete)
Experten sehen in dieser Entscheidung eine Signalwirkung auch für andere Bereiche, in denen Lesben und Schwulen auch heute noch benachteiligt werden.
Für Schäuble lässt das Urteil dennoch auch weiterhin Unterschiede im Steuerrecht zu. „Ein solcher Differenzierungsgrund ist die Förderung der Ehe, insbesondere im Hinblick auf ihre bleibende Bedeutung als typische Grundlage der Familie mit Kindern.“, so der Finanzminister laut einer Meldung der „dpa“. (Quelle: PRIDE1.de/ml)

Category : Politik | Pride1 berichtet | Recht
23
Aug

Es ist wieder soweit – Der zweite RUN OF COLOURS lädt zum großen Laufevent zu Gunsten der Aidshilfe Köln. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Jürgen Roters, fällt am 28. August der erste Startschuss bereits um 16:00 Uhr. Mit einer neuen Laufstrecke, ausgehend vom Harry Blum Platz im Rheinauhafen entlang des Rheins, hält die Aidshilfe auch in diesem Jahr wieder ein reichhaltiges Programm parat, an dem sich Läufer und Zuschauer erfreuen können.

Egal ob als Spendenläufer ohne Teilnahmegebühr, als Startgeldläufer oder in einer Gruppe – Mitlaufen kann wirklich jeder. Freizeitjogger/innen, Spitzenläufer/innen, Prominente, Jugendliche, Rentner – beim RUN OF COLOURS interessieren weder das Alter, das Geschlecht, noch die sexuelle Orientierung oder Religion. Eingeladen sind alle, die für mehr Solidarität für Menschen mit HIV und Aids einstehen und kämpfen.

Auch in diesem Jahr können Laufinteressierte wahlweise zwischen der 5 oder 10 km Strecke wählen und dabei gleichzeitig eine sportliche Herausforderung annehmen und ganz professionell die eigene Laufzeit  erfassen lassen. Doch nicht nur mit sportlichen Höchstleistungen kann man beim RUN OF COLOURS glänzen: Prämiert werden auch wieder die kreativsten Kostüme sowie die besten Spendensammlerinnen und –sammler. Alle Einnahmen des Tages, werden der Arbeit der Aidshilfe Köln zu Gute kommen. (Bild: Start ROC2009, Heide Eichenbrenner)

Category : Community | Events | Gay Events | Krankheit & HIV | Sport
23
Aug

Unter dem Motto „Queer im Revier“ findet am Samstag, den 28. August 2010, der CSD Dortmund auf dem Reinoldikirchplatz statt. An mehr als zwei Dutzend Ständen präsentieren sich bei dem Straßenfest Verbände, Vereine und Initiativen. Parallel läuft ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit politischen Diskussionen und Live-Musik. Mit dabei ist u.a. Schlagerstar NIC.

Im Vorfeld lockt die CSD-Woche mit mehreren Veranstaltungen. Mehr als 10.000 Besucher werden am CSD-Samstag in der Dortmunder Innenstadt erwartet. Das Straßenfest beginnt um 12 Uhr. Dort präsentieren sich verschiedene Vereine, Initiativen und Unternehmen. Das Fest zeigt die Vielfältigkeit der Lesben, Schwulen und Transidenten in Dortmund.Um 14 Uhr wird der CSD Dortmund 2010 offiziel durch Oberbürgermeister Ulrich Sierau eröffnet. Bis spät in den Abend gibt es ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm.

Trotz vieler Fortschritte ist für Schwule, Lesben und Transidente noch keine 100-prozentige Gleichstellung in der Gesellschaft erreicht. Das wird bei den politischen Diskussionen auf der Bühne thematisiert. Es geht u.a. um lesbische Projekte sowie transidentes Leben in Dortmund.
Außerdem wird die Jugendbildungs- und Beratungseinrichtung SUNRISE für junge Lesben und Schwule in Dortmund vorgestellt.

Bis in den Abend läuft ein buntes Programm mit Live- Musik. Nach Ireen Sheer im vergangenen Jahr wird in diesem Jahr der Schlagersänger NIC als Stargast auf der Bühne stehen. Der 27-jährige ist mit Hits wie z.B. „Ein Stern (der Deinen Namen trägt)“ bekannt geworden. Außerdem gibt es Ausschnitte aus Musicals, Showdancer, Pop-Musik, Chansons und Travestie.
Bis in die Nacht weiter gefeiert werden kann bei der offiziellen CSD-After-Show-Party im Dortmunder X-Club an der Kleppingstraße.

Der Dortmunder CSD-Samstag wird von einer CSD-Woche mit mehreren Veranstaltungen begleitet. Den Auftakt bildet am Sonntag, den 22. August, eine Lesung mit Dietmar Kreutzer. Der Berliner Autor präsentiert „Die Chronik der Schwulen“ ab 18 Uhr im KCR, Braunschweiger Str. 22. Die Autorin Mirjam Müntefering kommt am Donnerstag, 26. August, nach Dortmund. Sie ist mit ihrer Lesung zu Gast ab 19 Uhr im Taranta Babu an der Humboldtstr. 44 im Kreuzviertel.
Die schwul-lesbische Filmreihe „Homochrom“ zeigt anlässlich des CSD Dortmund den Film „Spinnin’“. Der spanische Festivalhit rund um den Kinderwunsch eines schwulen Paares wird an zwei Sonderterminen in der Schauburg Dortmund vorgeführt: am Freitag, 27. August, um 22:45 Uhr und am Sonntag, 29. August, um 18:15 Uhr.
Am CSD-Samstag, 28. August, findet wie in den Vorjahren ein ökumenischer Gottesdienst in der Reinoldikirche statt. Beginn ist um 13 Uhr.

Weitere Informationen rund um den CSD Dortmund findet ihr im GAYS.DE CSD&PRIDE Guide.

Category : CSD & PRIDE | Events | Gay Events