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sizzlaSeit einigen Tagen erregt der jamaikanische Sänger Sizzla die Gemüter von Politik und Menschenrechtlern. Nicht unbegründet – Denn der Dancehall-Musiker ist schon länger als homophober Hassmusiker bekannt. In seinen Texten ruft er offensichtlich zu Tötung von Schwulen auf. Generell bezeichnet er alle Homosexuellen als pervers.

Politiker und schwul-lesbische Verbände machen ihrem Unmut freie Bahn. Sie fordern von den Verantwortlichen der Berliner Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg eine Absage des für den 26. November geplanten Konzertes. Doch eben diese halten sich aus allem fein raus. Keine Spur von Menschenrechtsverletzungen und strafrechtlich relevanten Handlungen seien zu erkennen, heißt es in einer Stellungnahme zu den unzähligen Medienberichten.

Bereits im Mai 2008 hat sich der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) gegen den geplanten Auftritt des homophoben Sängers in Dortmund ausgesprochen. Auf Initiative des LSVD konnte das Konzert des Jamaikaners verhindert werden. (GAYS.DE berichtete)

Auch in diesem Jahr macht sich der LSVD stark. Unterstützung erhält er von fast allen schwul-lesbischen Medien sowie aus Politik und der Community. Klaus Jetz, Geschäftsführer des LSVD, fordert: „Ein wichtiges Signal für den Menschenrechtsschutz auf Jamaika und für die Unteilbarkeit und Universalität der Menschenrechte wäre es, solchen Interpreten kein Forum zu bieten.“ Auch Volker Beck, Bündnis90/Die Grünen, spricht sich gegen den Auftritt des Jamaikaners aus. Auf seine Initiative hin, beschäftigt sich die Bundesregierung derzeit mit dem Thema und erwägt ein erneutes Einreiseverbot gegenüber Sizzla alias Miguel Collins zu erlassen.

Im Internet haben sich seit den ersten Berichterstattungen bereits Gruppen in sämtlichen SocialNetworks gebildet, die zur Demonstration gegen den geplanten Auftritt am Donnerstag aufrufen. Wer sich beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen, gegen Homophobie ein Zeichen zu setzen. Los geht’s am Donnerstag, 18:30 vor den Schönhauser Allee Arcaden. Bis zu 5.000 Teilnehmer werden erwartet.

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Kategorie : Events / Kampagnen/Aktionen / Politik / Sonstiges

Ein Kommentar zu “Sizzla erregt die Gemüter – Homophobie darf nicht toleriert werden!”


LSVD Newsletter 26. November 2009

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) begrüßt die Entscheidung des Berliner Kesselhaus, den für heute geplanten Auftritt von Sizzla abzusagen.

Das Kesselhaus hat versucht, den Künstler zu einer klaren Positionierung gegen Homophobie und Gewalt gegen Lesben und Schwule zu bewegen. Auch der LSVD hat versucht, Sizzla ein letztes Mal eine goldene Brücke zu bauen. Er wollte sie nicht betreten, sondern will offenbar weiter Hass gegen Homosexuelle verbreiten. Von daher ist die Entscheidung, den Auftritt abzusagen, folgerichtig.

Primäres Ziel aller unserer Aktionen gegen Homophobie im Bereich der Dancehall-Musik ist es, dass sich die Lebenssituation von Lesben und Schwulen auf Jamaika verbessert. Wir kämpfen dafür, dass sich das dort gegenüber Schwulen und Lesben herrschende Klima der Gewalt und Rechtlosigkeit ändert.

Dazu gehört der Druck auf durch homophobe Hassmusik aufgefallene Interpreten, durch Demonstrationen, Strafanzeigen, Konzertabsagen. Dazu gehört auch der Versuch, bei den Interpreten ein Umdenken zu erreichen, ihnen Unterlassungs- und Verpflichtungserklärungen abzuringen.

Sizzla hat sich dem verweigert. Wir danken dem Kesselhaus dennoch für die Initiative und seine folgerichtige Entscheidung.