Erst am vergangenen Wochenende sind tausende Schwule und Lesben, Bisexuelle und Transgender für mehr Rechte in Frankfurt am Main auf die Straße gegangen. Die politische Parade war aber auch in diesem Jahr wieder schrill und überzeugte mit eindrucksvollen Kostümierungen und kritischen Transparenten.
Mehrere zehntausend Zuschauer säumten schon weit vor 12 Uhr die Straßenränder der Paradestrecke in der Frankfurter Innenstadt. Das Wetter tat der einmaligen Stimmung rund um den Frankfurter Römer keinen Abbruch – Schrille Kostüme und liebevoll hergerichtete Parade-Wagen waren wieder zahlreich vertreten. GAYS.DE Reporter Maik, hat sich unter die „feierende Masse” gemischt und konnte sogar einen der begehrten Plätze auf einem Umzugswagen ergattern. Die Bilder aus Frankfurt findet ihr hier.
Politik darf nicht fehlen − es ist Wahljahr!
Wie bei allen bereits gelaufenen CSD-Veranstaltungen in Deutschland, durfte auch in Frankfurt die personifizierte Politik nicht fehlen. So waren neben Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) und Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, auch der hessische Familienminister Jürgen Banzer (CDU) vertreten. Dieser würdigte das Eintreten Homosexueller für ihre Rechte in einer kleinen Ansprache: „Darauf könne sie zu Recht stolz sein[...].”, so seine − vollkommen freiwillig gewählten und im Vorfeld nicht zu recht gelegten − Worte am Rande der Paradestrecke. Auch Bundesjustizministerin Zypries sprach sich für die Recht von Homosexuellen aus. Sie betonte, dass das Ziel der vollkommenen Gleichberechtigung Homosexueller noch lange nicht erreicht sei, „[...] unser Grundgesetz jedoch weitgehend ergänzt werden [solle].”
Was alle Parteien in diesem Jahr als gleichermaßen wichtig ansahen war der Punkt, dass: „Niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung benachteiligt werden darf.” Interessant, wenn man bedenkt, dass in den vergangen Jahren noch ganz anders gedacht wurde − Es ist eben doch Wahljahr!
Die hessische FDP hat sich sogar über Transparente von einigen Paradeteilnehmern erbost. Aufschriften wie: „Weniger Steuern, mehr Schw***!” oder „Wir sind die feuchte Mitte!” sind aber wohl eher wegen der farblichen Ähnlichkeit zur Partei auf deren Unmut gestoßen. Im Wahljahr muss man eben auf sich aufmerksam machen − und auffallen kann man(n) bei einem CSD ja bekanntlich immer irgendwie.
GAYS.DE Reporter Maik unterwegs auf dem CSD Frankfurt 2009