Knapp sechs Wochen ist es her, dass in der Berliner Eisdiele „Dolce Freddo” zwei lesbische Frauen vom Inhaber verbal attackiert und öffentlich beleidigt wurden. Vor gut einer Woche ein erneuter Fall in Berlin Kreuzberg. Zwei junge Männer wurden von einem Imbiss-Betreiber zuerst verbal, anschließend mit einer Stange malträtiert. Immer wieder kommt es zu verbalen und körperlichen Übergriffen auf Homosexuelle − Alfonso Pantisano kann das nicht akzeptieren und ruft Gleichgesinnte dazu auf, ihrem Unmut Gehör zu verschaffen:
Eine Demonstration von Kreuzberg nach Schöneberg ist bereits für den kommenden Samstag geplant. Los geht es 13:00 Uhr in der Oranienstraße 30. Anschließend zieht man gemeinsam weiter Richtung Stadtfest am Berliner Nollendorfplatz − mit Zwischenstopp bei „Dolce Freddo” − wo die Aktion bei einem kühlen Gläschen gemütlich ausklingen soll.
>>Ich möchte nicht verprügelt werden!<<
„Man hat verschiedene Möglichkeiten auf bestimmte Situationen aufmerksam zu machen. Mich zieht es auf die Straße. Ich möchte den Menschen zeigen, dass ich als Schwuler ein Recht darauf habe, mich frei zu bewegen.”, so Alfonso im Gespräch mit GAYS.DE. Seinen Tatendrang und Aktionismus begründet er unter anderem in der intoleranten Haltung des Eisdielenbesitzers in der Maaßenstraße. Dieser hatte in einem Gespräch mit Bezirksbürgermeister Ekkehard Band offen bekundet, dass er immer wieder auf Homosexuelle losgehen würde. Zudem hat das „Dolce Freddo” seit einigen Wochen sein „Privatgrundstück” deutlich markiert. Pantisano erkennt darin jedoch eine andere Botschaft: „Homosexuelle sind eben unerwünscht!”. Den Weg nach Kreuzberg sucht der Wahlberliner, da er auch außerhalb seines Kiezes Flagge zeigen möchte. „Ich möchte eben nicht verprügelt werden und mich als schwuler Mann überall ohne Angst bewegen können. Schwule und Lesben haben Rechte wie alle Anderen eben auch. Nur müssen eben diese von ALLEN respektiert und gewahrt werden!”, so Pantisano.
Diskriminierung und Intoleranz sind gegenüber Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender allgegenwärtig. Mit dem von Alfonso Pantisano initiierten „Kiss-In” im Berliner Nollendorf-Kiez haben bereits mehr als 2.000 Menschen für die Rechte von Homosexuellen erfolgreich protestiert. Die mit 40 Personen geplante Aktion entwickelte sich zum Selbstläufer und verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Internet. Auch die Aktion am Samstag scheint ein voller Erfolg zu werden. Im Netz findet man bereits an ‚jeder Ecke‘ Informationen und Berichte zu Alfonso und seinem Tatendrang.
Alles im Überblick:
Wann: Samstag, 20. Juni 2009, 13:00 Uhr
Treffpunkt: Oranienstraße 30, Berlin Kreuzberg
Verlauf:
Von Kreuzberg nach Schöneberg, natürlich mit der U-Bahn
Kurzer Stopp am „Dolce Freddo”
15:00 Uhr Auflösen und gemeinsames Feiern beim 17. Lesbisch-schwulen Stadtfest
Richtig so und Flagge zeigen !
Friedvolle Kundgebung und Demonstration soll und Muss stets jeden angehen , der FÜR ALLE MENSCHEN , Eintritt , Rechte und Pflichten und Respekt sind Leitlinien , für ein friedliches Zusammenleben !
Ewig gestrige wird es immer geben , jedoch müssen Verantwortliche Instanzen dann auch dafür sorgen , dass das Mass der Überschreitungen , nicht Menschen verachtend und bis zur körperlichen Gewalt ESKALIERT ! Den Anfängen von Menschen verachtenden Verletzungen muss man entschieden entgegen treten !
Gut das es noch Leute gibt die couragiert dafür eintreten !
Die verbalen Attaken und Körperliche Gewalt anderen gegenüber wird es immer wieder geben solange es Menschen gibt,denn die Dummheit stirbt nie aus.Und sieht man genau hin sind es 2/3derer die eigentlich etwas im Kopf haben und 1/3 aus niederer Schicht andere würden nun sagen Asoziale aber was heißt das schon also Kopf hoch und weiter Kämpfen im friedlichem Sinne.
Gute Aktion, Endlich mal was handfestes. Freut mich, dass es noch Menschen gibt, die Sitaúationen nutzen und ihren Unmut auf friedliche Art zu verstehen geben.
Gerade in einer Welt, in der wir andere integrieren sollte man doch davon ausgehen, dass eben diese Leute auch tolerant sind
Habe leider erst im Nachhinein von der Aktion erfahren. Schade…
Habe aber gelesen, dass es ein großer Erfolg gewesen sein soll. Immerhin haben so einige Leute mitgemacht und ihren Unmut zum Ausdruck gebracht…
Weiter so…
Die Aktion, initiiert von Alfonso P. war ein Erfolg. Die Öffentlichkeit hat davon mitbekommen, die entsprechenden Geschäftsinhaber wurden abermals darauf aufmerksamgemacht, dass es so nicht geht und die Teilnehmer konnten ihrem Unmut Luft verschaffen.
Das in unserer Gesellschaft verschiedenen Meinungsbilder vorherrschen ist gut, dennoch sollten man davon ausgehen, dass eine zivilisierte Geselslchaft miteinander leben kann. Jeder vertritt siene Meinung, jeder hat das Recht dazu – aber in jedem Fall sollte alles tolerant verlaufen und nicht brutal radikal.
Gerade in der heutigen Zeit kann es nicht angehen, dass ein Kuss zwischen zwei Frauen oder Männern solche Reaktionen hervorruft.
Auch wenn es den eigenen Vorlieben widerspricht, wir müssen es ja nicht nachmachen, was uns nciht gefällt….